LG Köln: Keine Erhöhung wegen fehlenden Quellennachweises bei Produktfotos!


Beim Anzeigen von Fotos im Internet handelt es sich um ein sog. „öffentliches Zugänglichmachen“ gemäß § 19a UrhG. Für das öffentliche Zugänglichmachen benötigt der Verwender des Fotos die  Nutzungsrechte. Ohne diese Nutzungsrechte handelt es sich um eine Urheberrechtsverletzung nach § 97 UrhG. Diese Verletzung führt regelmäßig zu Schadensersatzansprüchen für den Urheber.

Für die Berechnung der Schadensersatzsumme greifen die Gerichte in der Regel auf die Tabellen „Bildhonorare“ der Mittelstandsgemeinschaft Foto Marketing (MFM) zurück. Diese Tabellen orientieren sich an der Länge und der Form der Nutzung der Fotos. Die Gerichte gewähren dem Fotografen häufig einen Zuschlag von 100 % bei der Schadensermittlung, wenn sein Name als Urheber neben dem Foto nicht angezeigt wird, es also am sogenannten Bildquellennachweis fehlt.  In den "Bildhonoraren" der MFM ist ein solcher 100% Zuschlag ebenfalls vorgesehen.

Die Nichtnennung des Fotografen wird als Urheberrechtsverletzung verstanden. In einem Verfahren vor dem Landgericht Köln hat die 14. Zivilkammer des Gerichts erklärt, dass bei Produktfotos regelmäßig kein Zuschlag wegen unterlassenen Bildquellennachweises in Frage komme.  Es heißt in dem Sitzungsprotokoll vom 25.04.2013 unter anderem: „Bei Nutzungen von Produktfotos im Internet zum Zwecke des Vertriebs kommt der Rechtsprechung der Kammer regelmäßig kein Zuschlag wegen unterlassenen Bildquellennachweises in Betracht.“ (LG Köln 14 O 420/12, Protokoll der Sitzung vom 25.04.2013).