Arztbewertungsportale jameda.de und sanego.de müssen Bewertungen löschen!


Viele Ärzte ärgern sich darüber, wie sie auf den Portalen jameda.de und sanego.de bewertet werden.  Patienten oder angebliche Patienten können anonym oder pseudonym auf diesen Portalen Ärzte mit Schulnoten bewerten und ihre „Meinung“ über die Ärzte kundtun.  Ärzten war es bislang kaum möglich, die Betreiber der Portale jameda.de und sanego.de zur Löschung von beleidigenden, verleumderischen und vernichtenden Bewertungen zu zwingen, selbst wenn sie davon ausgingen, dass der Bewertende niemals bei ihnen in Behandlung war.

Die neuste Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH Urteil vom 03.03.2016 – Az. VI ZR 34/15) macht es Ärzten jetzt viel einfacher, erfolgreich gegen negative Bewertungen von angeblichen Patienten im Internet vorzugehen. Der BGH hat entschieden, dass die Betreiber der Bewertungsportale strengen Prüfungspflichten unterliegen. Der BGH vertritt die Auffassung, dass die Bewertungsportale ein gesteigertes Risiko von Persönlichkeitsverletzungen in sich tragen.

Der BGH verlangt zur Vermeidung von Verletzungen der allgemeinen Persönlichkeitsrechte der Ärzte eine strenge Prüfung, ob der Bewertende tatsächlich bei dem bewertenden Arzt in Behandlung war. Der BGH erwartet, dass der Betreiber des Bewertungsportals sich von dem Bewertenden Bonushefte, Rezepte oder sonstige Indizien vorlegen lässt, damit genau geprüft werden kann, ob der Bewertende tatsächlich bei dem bewerteten Arzt in Behandlung war.

Ein Anspruch auf Löschung der Bewertungen haben Ärzte in vielen Fällen aber auch dann, wenn der Bewertende tatsächlich bei ihnen in Behandlung war. Beleidigende und verleumderische Bewertungen verletzen grundsätzlich das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Arztes und müssen gelöscht werden.

Wir haben schon viele Ärzte erfolgreich gegen die Betreiber von Bewertungsportalen vertreten. Die Betreiber der Portale haben zahlreiche beanstandete Bewertungen auf unsere Aufforderung hin gelöscht.